Menschenrechtsworkshop beim Diözesanen Weltjugendtag

2016 MR-Workshop 3

Drei sind bei den Süßigkeiten angelangt, die anderen schauen neidisch zu, manche einen halben Raum, manche nur ein paar Schritte entfernt. Lektion gelernt: In unserer Gesellschaft genießen manche ihre Rechte mehr, andere sind benachteiligt. Mit dieser und einer weiteren Übung brachten wir elf Teilnehmern des Diözesanen Weltjugendtags am 20. März 2016 in Osnabrück die Menschenrechte näher.

2016 MR-Workshop 22016 MR-Workshop 1Im Workshop wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vorgestellt und diskutiert. Dann setzten sich die Teilnehmer in einem Rollenspiel der etwas anderen Art mit ihrer Anwendung auseinander: Für jedes Recht, das die jeweilige Rolle genoss, durften sie einen Schritt in Richtung des Süßigkeitenbeutels machen. So genoss am Ende ein Wirtschaftsstudent einen Schokoriegel, während ein Flüchtlingsmädchen und ein arbeitsloser Familienvater auf den hinteren Plätzen landeten.

Das schien Endruck gemacht zu haben. Es unterschrieben viele die Petition für unseren Einzelfall und konnten so sehen, wie man sich für die Menschenrechte stark machen kann. Natürlich gab es zum Schluss für alle Süßigkeiten – Amnesty International setzt sich schließlich für die Menschenrechte jedes einzelnen ein!

Interaktiver Vortrag „Der Weg eines Flüchtlings“


In dieser interaktiven Karte könnt ihr unserer Vortrag noch einmal ansehen. Beim Klicken auf die Marker könnt ihr die entsprechenden Informationen ansehen.

Am 2. Dezember um 20 Uhr begann unser interaktiver Vortrag. Knapp 40 Studierende füllten den Raum.
Unser Vortrag handelte von Ali aus Syrien, der angesichts des Bürgerkrieges, der dort seit 2011 herrscht, sich dazu entschloß sein Heimatland zu verlassen. Er floh über die Türkei nach Griechenland und von dort über Slowenien und Österreich nach Deutschland. Sein eigentliches Ziel war Schweden, aber in Deutschland wurde er aufgeschnappt und landete dann in Osnabrück. In unserem Vortrag ging es überwiegend um die Emotionen und Gedanken der Flüchtlinge. Unser Flüchtling names Ali ist zwar fiktiv, aber dennoch authentisch, da wir auf Berichte und Autobiographien zurückgegriffen haben.

Eingeleitet wurde der Vortrag mit einer kurzen Vorstellung von Amnesty International, unserer Hochschulgruppe und warum sich Amnesty für Asyl einsetzt. Anschließend erfolgte eine Erläuterung, warum die Menschen auf der Flucht sind und ein paar Zahlen dazu. Dann gingen wir auf die Entstehung des Bürgerkrieges und die aktuelle Lage in Syrien ein. Es folgten Ausführungen, wie sich die Flüchtlingswanderungen aus Syrien in den angrenzenden Nachbarstaaten (Israel, Jordanien, Libanon, Irak, Türkei) auswirken. Ali machte sich von Syrien aus zu Fußn auf den Weg in die Türkei und wir berichteten von der Situation vor Ort, über seine Beweggründe weiter über das Mittelmeer nach Griechenland zu fliehen und wie belastend der Weg war. Nachdem er die Situation von Flüchtlingen in Griechenland sah, entschied Ali sich weiterzuziehen. Da die Grenzen zu den Balkanstaaten sehr dicht sind, versteckte er sich in einem LKW, um so nach Österreich zu gelangen. Wir beschrieben, wie belastend die Situation ist, in einem dunklen LKW eingepfercht zu sein. Der LKW wurde allerdings vorher gestoppt und später realisierte Ali, dass er in Slowenien gelandet ist – ein Land, wo er auch keinesfalls bleiben möchte. Von dort nahm er zur Weiterfahrt den Zug und besonders bei der Überquerung der Landesgrenzen musste er aufpassen nicht erwischt zu werden. Nachdem er kurz unaufmerksam geworden ist, wird er in Deutschland aufgeschnappt und gelangte nach Deutschland – genauer gesagt nach Osnabrück. Wir haben abschließend nochmal zentrale Punkte des Asylbeschleunigungsgesetzes (11.11.) erläutert und was sich für Niedersachsen geändert hat.

In der abschließenden Diskussions- und Fragerunde gibt es überwiegend um Möglichkeiten, wir wir den Flüchtlingen in Osnabrück helfen können. Dabei konnten vom Publikum viele Beispiele genannt werden (z.B. FreiZeit für Flüchtlingskinder, CommYOUnication, Café International, Flüchtlingshilfe Rosenplatz, Lichtpaten, Campus ohne Grenzen).

Insgesamt lief der Vortrag sehr gut und wir freuten uns über die rege Beteiligung.

Die Präsentation als Download

„Der Weg eines Flüchtlings“ – Interaktiver Vortrag am 02.12.2015

Warum verlassen Menschen ihr Heimatland? Was erleben die Flüchtlinge auf ihrer gefährlichen Reise nach Europa? Wir in Deutschland können uns schlecht vorstellen, wie so eine Flucht aussieht. In einem interaktiven Vortrag soll der Weg von Syrien nach Deutschland aus einer subjektiven Perspektive geschildert werden.

Datum: 2. Dezember 2015 Ort: Universität Osnabrück, Raum 11/214 (Schloss)

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