Amnesty Jahresversammlung in Papenburg 2018

Vom 19.06. bis zum 21.06. waren wir auf der Jahresversammlung in Papenburg unterwegs. Ein Mitglied aus unserer Gruppe reiste schon einen Tag früher an. Im Forum Alte Werft, wo die Plenen stattfinden sollten, trafen wir uns dann letztendlich alle. Außerdem erhielten wir dort unser Namensschild und weitere Materialen, um vollstens informiert zu sein. Des Weiteren unterschrieben wir einige Petitionen, welche auslagen und machten ein Foto mit der vorhandenen Fotomaschine, um ein Zeichen für das Nadeem Zentrum für die Rehabilitierung von Opfern von Gewalt und Folter in Kairo zu setzen, welches im Februar 2017 geschlossen wurde. Die Fotowand, an die schon einige andere Leute ihre Bilder gehangen hatten, sollte später den Leuten des Nadeem Zentrum überreicht werden, die sich mehr als 20 Jahre für die Behandlung von Opfern von Folter und Gewalt einsetzten, sowie sich um die Dokumentation von Folter durch die Hand ägyptischer Sicherheitskräfte gekümmert hatten. Auch wir verewigten uns auf der Wand mit der Aufforderung: #ReopenNadeem ! Am Samstagabend gab es abschließend noch ein „Konzert für Menschenrechte“, wo Judith Holofernes in der Kesselschmiede Papenburg auftrat.

Am nächsten Tag (Sonntag) gingen wir alle zu verschiedenen Workshops. Wie beispielsweise, über Russland im Zuge der Weltmeisterschaft 2018 und zu einer Veranstaltung von Queeramnesty über die Situation der LGBT-Gesellschaft in Honduras. In der Veranstaltung über Russland sprachen wir über das Misstrauen, welches die Regierung seit 2012 gegen sämtliche Vereine hegt und besonders diejenigen, die sich selber organisieren. Überdies sprachen wir über Gesetze in Russland, welche besagen, dass „schwulen Propaganda“ vermieden werden sollte, wozu sogar die Regenbogenflagge zählt. Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2018 in Russland, gingen wir auf die zur Weltmeisterschaft herrschenden strengeren Regeln ein, um dort eine Demonstration überhaupt organisieren zu können, welche von der Regierung damit begründet werden, „dass ein friedlicher Ablauf nicht gestört werden soll“. Ebenfalls sprachen wir die Blockierung des Instant-Messaging-Dienst Telegram durch russische Behörden, sowie die Festnahme des Menschentrechtlers Oyub Titiev (mehr zu Oyub Titiev: https://www.amnesty.de/mitmachen/petition/oyub-titiev-verfolgt-wegen-menschenrechtsarbeit ). Herr Fanck, welcher der Leiter des Workshops war, sprach auch über bestimmte Projekte, wie beispielsweise, den Deutschen Fußball-Bund mehr über die Probleme in Russland zu informieren. Wir konnten viele Informationen sammen und erhielten im Nachhinein auch noch viele Informationen via E-Mail.

Auch der Workshop von Queeramnesty war sehr aufschlussreich und zugleich schockierend. Dort wurde über die Diskriminierung der LGBT-Gesellschaft in Honduras gesprochen. Zu Besuch war Shirley Mendoza, die sich in ihrer Heimat Honduras, aber auch in Zentralamerika gegen die Diskriminierung von LGBT-Personen einsetzt und nun auch in Deutschland versucht, auf das Thema Aufmerksam zu machen. Sie erzählte uns auch, dass sie in Honduras durch ihren Einsatz für die Menschenrechte oft nur knapp mit dem Leben davongekommen war. Somit ging sie auf die LGBT-Gesellschaft in Honduras, aber auch auf ihren eigenen Lebensweg ein. Zum Schluss wurde uns eine Dokumentation aus Honduras mit dem Titel „In meinen High-Heels“ (Spanisch: „EN MIS TACONES“: https://www.youtube.com/watch?v=H5qosnhhXAw) gezeigt, der über Transpersonen in Honduras berichtet. Am Ende lagen Petitionen zum Thema aus, die wir natürlich unterschrieben.

Des Weiteren gab es noch einen Workshop über die Türkei in dem über den endgültigen Prozess von Taner Kılıç am 21. Juni gesprochen wurde und einen Workshop über die aktuelle Lage in Palästina.

Von links nach rechts( Julia, Alex, Yvonne und Nergiz)

Am Montag besuchten wir noch die abschließenden Plenen und machten uns dann wieder, mit vielen Informationen im Gepäck, auf den Weg nach Osnabrück. Im Allgemeinen hat uns die Jahresversammlung in Papenburg sehr gut gefallen und wir freuen uns auf die Nächste !

Erfolgreiche Schulvorträge !

Von rechts nach links : Anastasia, Annemarie und Nergiz

(Anastasia)Ein sonniger Morgen, wir fahren mit dem Bus zur Realschule Westerkappeln. Frau Franke hat uns eingeladen, damit wir vor ihren Schülern von unserer Tätigkeit berichten. Wir haben Präsentation fertig und einen kleinen Vortrag über „Amnesty International “ vorbereitet. Aber wie es sich später herausstellt, werden wir das alles nicht gebrauchen.
Wir stehen da, von den neugierigen Augen angeguckt. Die Frau Franke stellt uns kurz vor und danach kommen die Fragen. „Warum meint ihr, es muss keine Todesstrafe geben?“, „Hat jemand schon eure Rechte verletzt?“, „Warum macht ihr das?“, „Werder ihr häufig beschimpft, wenn ihr die Unterschriften sammelt?“
Manche Fragen sind vorsichtig formuliert, man möchte höflich bleiben, aber die empfindlichen Themen auch nicht umgehen. Der Dialog fließt leicht und lebendig und wir merken erst mit dem Pausengong, dass die Zeit schon um ist.
So dürften wir vor vier Klassen vortragen und das war ein intensiver und produktiver Austausch. Wir bedanken uns bei der Realschule Westerkappeln für die Einladungen und hoffen, dass solche Treffen zu einer guten Tradition werden und viele junge Leute Interesse geweckt hat !

Erfolgreiches Sammeln von Unterschriften in der Mensa Osnabrück zur Freilassung von Taner Kılıç und anderen MenschenrechtsaktivistInnen in der Türkei

Am Mittwoch den 31.01.2018 haben wir in der Mensa der Universität Osnabrück Petitionen unterschreiben lassen, welche  die Freilassung des türkischen Amnesty-Vorsitzenden Taner Kılıç, sowie weiterer MenschenrechtsaktivistInnen, forderte. In der Zeit von 12:00-14:00 sammelten wir so viele Unterschriften, dass am Ende alle Petitionen unterzeichnet worden waren und unsere Gruppe (Annemarie, Marina, Julia) natürlich gänzlich zufrieden die  Mensa wieder verlassen konnte. Im Laufe des Tages erfuhren wir dann, dass Taner Kılıç nach dem derzeitigen Gerichtsprozess endlich wieder freigelassen wurde.

Enttäuschende Nachrichten erreichten uns jedoch am folgenden Tag, da wir von der erneuten Festnahme von Taner Kılıç lasen. Wir hoffen nun, durch die gesammelten Petitionen Druck auszuüben, um zur nochmaligen Freilassung des Menschenrechtlers beizusteuern. Die weiteren MenschenrechtsaktivistInnen befinden sich nicht mehr in Untersuchungshaft, sind aber weiterhin nicht freigesprochen, weshalb wir auch hier erhoffen, durch die Petitionen eine Freilassung zu erzielen.

Wir bedanken uns für die Unterschriften und die zahlreichen Gespräche!

von links: Marina und Julia (nicht zu sehen: Annemarie)

Amnesty-Briefmarathon

Galerie

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Am 13.12.2017, sowie am 19.12.2017 nahmen wir am Amnesty-Briefmarathon, sowie am Verkauf der selbst entworfenen Weihnachtskarten teil. In der Mensa der Universität Osnabrück lagen unsere kreativ gestalteten Postkarten aus, in denen wir Themen wie Weltfrieden, die Situation von Gefangenen in … Weiterlesen

Prozess der AkademikerInnen des Friedens: Bediz Yilmaz berichtet

Am 18. Dezember 2017 organisierte unsere Amnesty Gruppe mit Frau Yilmaz einen interessanten Vortrag über die Türkei im EW Gebäude der Universität Osnabrück. Sie berichtete von der Friedenspetition, die sie im Januar 2016 unterschrieb und in der die Regierung aufgefordert wurde, das harte Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung im überwiegend von Kurden bewohnten Südosten des Landes zu beenden. Im August kam es dazu, dass Bediz Yilmaz auf Grund der Aussprache ihrer Meinung ihren Platz an der Mersin Universität verlor, in der sie seit 2007 als Assistenz-Professorin gearbeitet hatte. Frau Yilmaz erzählte uns auch noch ausführlich von den Geschehen im Südosten der Türkei und wie Leute der ungerechten Vorgehensweise der Regierung auf individuelle Weise entgegentreten. Am Ende wurde eine Diskussion eröffnet, an der sich alle Anwesenden rege beteiligten. Im Allgemeinen war es ein gelungener Vortrag, bei dem am Ende auch wieder einige Petitionen unterschrieben werden konnten.

Wir bedanken uns für den tollen Vortrag von Frau Yilmaz und die Anwesenheit vieler  Leute!

Jahrestreffen der Jugend @ Amnesty in Karlsruhe -Wir waren dabei !

 

Von rechts nach links: Lara und Nergiz

(Lara)Mit zwei Mitgliedern der Hochschulgruppe waren wir am letzten Novemberwochenende auf dem Jahrestreffen der Amnesty-Jugend in Karlsruhe. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Generalsekretär Markus Beeko, der gerade frisch aus Kolumbien eingeflogen war. Zwischen der Wahl der neuen Jugendvertreter, zahlreichen Berichten über vergangene Aktionen und der Abstimmung über den Aktionsplan für das Jahr 2018, hatten wir ausreichend Zeit uns mit jungen Aktivisten aus ganz Deutschland zu vernetzen. Als Höhepunkt der Veranstaltung fanden sich nach einem sehr interessanten Workshop zum Thema „Rüstung, Wirtschaft und Menschenrechte“ alle 200 Teilnehmer zu einer eindrucksvollen Straßenaktion zur Stärkung der Menschenrechte zusammen. Nach der dritten Plenarsitzung und der Verkündung der Wahlergebnisse war das sehr intensive, aber auch sehr inspirierende Wochenende dann auch schon wieder zu Ende. Wir freuen uns schon auf das Jahrestreffen im Mai 2018 und hoffen, das ein oder andere Gesicht dort wiederzusehen.

Amnesty grüßt die Erstis

Anlässlich des Semesterbeginns waren wir mit einem Stand in der Osnabrück Halle und haben unsere Initiative vorgestellt um die neuen Erstis zu begrüßen. Von Filmeabenden zum Thema Menschenrechte über Aktionen in der Stadt bis zu Urgent Actions und Briefe gegen das Vergessen erklärten wir euch gerne alles über im Allgemeinen und unserer Arbeit in der Hochschulgruppe. Wer weiterhin Interesse an unserer Arbeit hat ist herzlich eingeladen zu unseren zweiwöchigen Treffen donnerstags im Gebäude des ASTA (Alte Münze 12, 49074 Osnabrück) zu kommen.

Von rechts nach links :Alex,Julia, Esra ,Annemarie und Nergiz.Mit dabei,aber nicht abgebildet :Marina

Menschenrechte machen Schule

Osnabrück, Montag der 12. Juni, 7:40 Uhr. Es ist ein grauer Morgen und nur langsam setzt sich das Licht des anbrechenden Tages gegen die schwermütige Dunkelheit der Nacht durch. Alle Studierenden liegen standesgemäß im Bett und bereiten sich mental auf ihre erste Vorlesung um 13:30 Uhr in der Mensa vor. Alle Studierenden? Nein! Eine kleine Gruppe tollkühner Menschenrechtsaktivistinnen (Nergiz, Max und Danielle) trotzt mutig den süßen Lockrufen kuscheligem Liegenbleibens und trifft im Lehrerzimmer des Gymnasiums in der Wüste auf Frau Bartholomaei. Von dort aus sind es nur wenige Schritte in die Räume der 9. Klasse, wo es einen mehr oder weniger sehr spontan zusammengestellten Menschenrechtsworkshop (*hust*) zu halten gilt.

In dessen Rahmen erstellen die Schüler kurze Szenen an denen Menschenrechtsverletzungen deutlich gemacht werden sollen. Von hingabevoll verpackt bis direkt auf den Punkt kommend („Chef, krieg ich bitte Urlaub?“ „Nein“ „Aber das ist mein Menschenrecht“ „Okay, frag mich in 2 Jahren nochmal“ ) ist alles dabei. Dabei sind auch alle beim anschließenden Briefeschreiben, was unsere Gruppe sehr gefreut hat. So kann es passieren, dass unsere mutigen Aktivistinnen auch nächstes Jahr wieder gerne den Gefahren eines grauen Morgens trotzen, um am Gymnasium in der Wüste mit den Schülern zu arbeiten!

Amnesty Jahresversammlung 2017 in Hannover – Wir waren dabei!

Wie jeder Verein trifft sich auch Amnesty Deutschland e.V. jedes Jahr um Vereinsangelegenheiten zu bereden. Das besondere bei Amnesty? Neben den Wahlen eines neuen Vorstands und der Besprechung der Budgetplanung ist die Jahresversammlung (JV) gefüllt mit engagierten Menschenrechtsaktivisten aus allen Altersgruppen. Insbesondere trifft man bei der JV auf die Amnesty-Spezialisten der Länder- und Themenarbeit. So kann man zwischen den formelleren Diskussionen im großem Plenum Vorträge und Einzelgespräche beispielsweise über Öffentlichkeitsarbeit, Völkerstrafrecht oder die aktuelle Menschrechtslage in Kolumbien nach Beginn des Friedensprozess wahrnehmen. Die JV ist jedes Jahr ein großartiges Event bei dem man nicht nur mehr von Amnesty, sondern vor allem tolle Menschen kennen lernt und wieder trifft!

Von links nach rechts: Carl, Max, Nergiz und Jasper. Mit dabei, aber leider nicht abgebildet: Julia und Paul!

Öffentliche JV – Aktion zum CSD

Nicht eine weniger!

(Frede) Am Dienstag den 09. Mai hatten wir Mariel Távara Arizmendi aus Lima in Peru als Referentin in Osnabrück zu Gast. Mariel ist eine peruanische Psychologin und Frauenrechtsaktivistin und war unter anderem an der Initiierung und Koordinierung der Bewegung „Ni una menos“ beteiligt. Der Abend stand unter dem Titel Frauenrechte in Peru und hatte den Fokus auf sexuellen und reproduktiven Rechten. Wir haben uns sehr über das große Interesse an den Themen gefreut und dürfen stolz verkünden, dass 65 Menschen die Veranstaltung besucht haben.

Mariel hat zunächst einen kurzen Überblick über die generelle gesellschaftliche Situation in Peru gegeben, um dann genauer auf Frauenrechte vor Ort einzugehen. Sie prangerte an, dass es immer noch sehr wenig und schwachen Rechtsschutz für Opfer sexueller Gewalt gebe und beschrieb mehrere schwere Fälle sexueller Gewalt gegen Frauen, woraufhin sich in Peru am 13. August 2016 viele Frauen zusammenfanden, um für ihre Rechte auf die Straße zu gehen. Unter anderem fordern die peruanischen Frauen die Legalisierung von Abtreibungen, die momentan nur erlaubt sind, wenn die Schwangerschaft das Leben der Mutter gefährde. Und selbst in diesen extremen Fällen werde nicht immer eine Abtreibung durchgeführt, wie Mariel berichtete. Mariel hob besonders hervor, dass die Bewegung „Ni una menos“ nicht von irgendeiner höheren Instanz organisiert worden war sondern von den betroffenen Frauen selber ausging. So waren auch in den ersten Reihen der Demonstration Frauen vertreten, die direkt von sexueller Gewalt betroffen waren.

Darüber hinaus gab Mariel noch einen kleinen Überblick über die Zwangssterilisationen, die während der Diktatur von Alberto Fujimori in den 1990er Jahren vor allem an indigenen Frauen durchgeführt wurden.

Abschließend präsentierte sie ein Video von einer der friedlichen Demonstrationen der Bewegung „Ni una menos“, die von der peruanischen Polizei mit Wasserwerfern beantwortet wurde. Daran an schloss sich eine interessante und angeregte Diskussion über die angesprochenen Themen und Probleme.

Wir sind Mariel für ihren Vortrag sehr dankbar und auch dem Publikum für das rege Interesse!

Ein Link zu „ni una menos“: http://niunamenos.com.ar/